Voice Search

Ob Sie Ihre Tochter in Zukunft Alexa nennen, sollten Sie sich gut überlegen. Denn Fakt ist, dass Spracherkennungssysteme gegenwärtig immer sensibler und präziser werden. Und wer will schon jedes Mal Amazon aktivieren, wenn eigentlich die eigene Tochter gemeint war? Aber was genau hat es mit Sprachsuche a.k.a. Voice Search auf sich und welchen Einfluss hat die Suche via Stimme auf die Entwicklung der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ?

Worum geht es bei Voice Search?

Voice Search ist eine sprachgesteuerte Suchfunktion, die Google schon im Jahr 2011 als englische Version veröffentlicht hat. Jedoch wurde erst durch die Verknüpfung der Funktion mit einer App ein Jahr später und der anschließenden Möglichkeit, Android-basierte Smartphones via Stimme zu steuern, ein echter Nutzen möglich. Insbesondere im mobilen Bereich ist dieser Nutzen deutlich gestiegen.

Mittlerweile ist in diesem Segment eine Menge passiert und so tummeln sich neben Googles Version noch Apples Siri, Microsofts Cortana, Amazons Alexa und viele weitere auf dem Markt. Tendenz steigend.

Google-CEO Sundar Pichai hatte schon auf einer Entwicklerkonferenz im Jahr 2016 gesagt, dass in den USA bereits 20 Prozent aller mobilen Suchanfragen per Stimmeingabe getätigt werden. Glaubt man ihm, so sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch in Europa wesentlich mehr Menschen mit ihrem Telefon sprechen als es gegenwärtig der Fall ist.

Der Grund dafür liegt klar auf der Hand: Man spricht schneller als man tippt. Daher ist es kurzfristig sehr absehbar, dass die technologische Entwicklung von Spracherkennungssystemen so weit reift, dass sie bald im Alltag problemlos einsetzbar ist. Und seitdem Siri serienmäßig in jedem iPhone steckt ist die Technologie im Mainstream angekommen. Das nächste große Ding ist somit Voice Search. Das bedeutet für Betreiber von Websites sowie für alle Personen, die online Geschäfte machen wollen, vor allem eins: Umdenken im SEO-Bereich.

Denn mit der Sprachsteuerung verlagert sich der Fokus von einzelnen kurzen Schlüsselwörtern hin zu sogenannten Longtail- (langteilige) Keywords. Der Grund: Während man sich beim Tippen in der Vergangenheit daran gewöhnt hat, die Suchmaschine mit einzelnen Keywords (Shorthead) zu füttern, wird bei Sprachbefehlen ein semantisch natürlicher Monolog geführt. Das heißt, das System erkennt natürliche Sprache und die besteht nun mal aus mehr als nur Keywords. Shorthead-Keywords galten bisher am generischsten, wobei Longtail Keywords ein geringeres Suchvolumen aufwies. Mit der Voice Search wendet sich das Blatt.

Longtail-Keywords im Vergleich zu einzelnen Keywords:

Longtail Keywords Shorthead Keywords
Spezifisch Generisch
Geringes Suchvolumen Hohes Suchvolumen
Niedriger Wettbewerb Hoher Wettbewerb
Hohe Converionrate Geringe Conversionrate
z.B.: “Wieviel Liter umfässt Badewanne?” oder

“Wo kann ich weiße Nike Air Max für Frauen kaufen?”

z.B.: “Badewanne Liter” oder

“Sneaker”

 

Mehr als nur bla bla – Voice Search mit Steuerfunktion

Die Beschreibung “Sprachsuche” greift eigentlich sogar noch zu kurz, denn Voice Search kann noch viel mehr. Eine Steuerung von Smartphone, Tablet oder sogar Smart TV mit der eigenen Stimme ist mittlerweile kein Problem mehr. Auch wird die eigene Stimme analysiert was eine Vielzahl an Sicherheitsmöglichkeiten mit sich bringt. Die Anwendungs- und Vernetzungsmöglichkeiten sind, wenn man nur ein Stück weiter denkt, schier unendlich.

Was bedeutet Voice Search für die Suchmaschinenoptimierung (SEO)?

Bis dato hat das Handwerk der Suchmaschinenoptimierung den Fokus stets auf kurze, gewinnbringende Suchbegriffe wie „Espressomaschine kaufen“ oder “billige Flüge“ gelegt. Es ist jedoch klar, dass Nutzer bei Spracheingaben wesentlich längere Suchanfragen tätigen. Diese lauten z.B. „Siri, wo kann ich Flüge günstig buchen?“ oder „OK, Google, wo gibt es günstige Espressomaschinen?“

Das bedeutet für die Suchmaschinenoptimierung, dass zukünftig vermehrt auf langteilige Keywords (z.B. W-Fragen) und natürliche Sprache gesetzt werden sollte. Solche W-Fragen lassen sich beispielsweise in einem Q&A-Bereich auf der eigenen Webseite hervorragend integrieren und beantworten. Ein Angebot, das von Google und Co bestens auslesen werden kann. Darüber hinaus ist es kein Geheimnis, dass die responsive Optimierung im Hinblick auf Voice Search noch mehr zum K.O.-Kriterium wird.

To Do: Die Optimierung Ihrer Website für Voice Search

Sprachsuchen werden in der Regel von unterwegs gestartet, weil sie da am praktischsten sind und den größten Nutzen haben. Wer da mitspielen will, muss seine Website auch mobil optimieren.

Da es auf diesem Blog um Local Marketing geht, ist klar, dass Voice Search auch in diesem Bereich ordentlich Wind reinbringen wird, denn unzählige sprachgestützte Suchen betreffen lokale Dinge, Geschäfte, Orte etc.

Google MyBusiness, Bing Places for Business sind da genau die Seiten, auf denen man daher auch in Zukunft unbedingt gelistet sein sollte, falls man es nicht schon längst ist. Die Aktualität der dortigen Daten steht dabei außer Frage.

Fazit: Setzen Sie auf benutzerfreundliche Optimierung

Voice Search spielt schon jetzt eine große Rolle und diese Rolle wird in den kommenden Jahren rasant zunehmen. Die Optimierung von Websites dahingehend ist sicherlich eine sinnvolle Investition.

Allerdings sollte man auch nicht vollkommen dem Fortschritt verfallen und alles nur noch auf Sprachsuche optimieren. Viele Dinge werden auch in Zukunft, allein schon der Anonymität wegen, im öffentlichen Raum kaum per Sprachbefehl, sondern weiter als Texteingabe gesucht werden. Es bleibt ihrer Phantasie überlassen, welche Dinge sie nicht sprechend beispielsweise an der Straßenbahnhaltestelle oder im Zug in Ihr Smartphone eingeben möchten.

Ob nun Voice Search die Textsuche nur ergänzt oder ob es andersrum sein wird, das wird die Zeit zeigen. Mobile und benutzerfreundliche Optimierung und korrekte sowie aktuelle Informationen sind in jedem Fall immer flächendeckend nötig.

Wichtig dabei: Gestalten Sie Ihre Suchmaschinenoptimierung persönlich, lokal und semantisch, denn dann funktioniert sie für Voice Search ebenso gut wie für alle anderen Suchanfragen. Und denken Sie über Kindernamen wie Siri und Alexa besser nochmal nach. 😉

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Daniel Richter

Daniel Richter ist Geschäftsführer der DAC Group Deutschland GmbH und seit mehr als 16 Jahren im Online Marketing tätig. Spezialisiert auf Hyper Local Marketing und ganzheitliche Vermarktungskonzepte betreut sein Team und er namhaften Kunden aus verschiedensten Branchen.

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